Klänge aus verschiedenen Jahrhunderten (Schwäbische Zeitung Leutkirch 02.01.2017)

Posted by on Jan 02 2017 | Presse

 Das Posaunenquartett Tromposi tritt in Urlau auf.

Das Posaunenquartett Tromposi tritt in Urlau auf.

Leutkirch sz Das Posaunenquartett Tromposi mit Matthias Stärk, Klaus Merk, Frank Martin und Karl Bertsch hat am Freitag, 30. Dezember, zusammen mit dem Organisten Ludwig Kibler (eigentlich ist er beruflich Chemiker) ein Konzert in Urlau gegeben. Trotz eisiger Temperaturen kamen viele Besucher in die Kirche St. Martinus.

Das Programm reichte dabei von Stücken aus der Renaissance bis in die heutige Zeit. Festlich erklang zu Beginn von Orgel und Posaunen eine barocke Fanfare aus England (Jeremiah Clarke) gefolgt von zwei Kompositionen der Renaissance, „In te Domine speravi“, „Auf dich Herr habe ich gehofft“, von Josquin Desprez und einer Suite von Claude Gervaise. Die vier Posaunisten, jetzt unter sich, strukturierten klar und griffig, setzten Echopartien einfühlsam ab und verzierten die jeweiligen Doublés gemäß der historischen Aufführungspraxis.

Abwechslungsreiche Variationen entwickeln sich

Polyphone Strenge im Stile des Barocks gelangte in Samuel Scheidts „Canzon“ zur Entfaltung, gefolgt von einer Chaconne von Johann Pachelbel, in der sich über einem ostinaten Bassthema abwechslungsreiche Variationen entwickelten. Der Organist hatte dazwischen eine Pastorale von Johann Sebastian Bach im Angebot sowie einen weihnachtliche Fantasie von Johannes Brahms über „Es ist ein Ros‘ entsprungen“.

Auch in den Variationen über „In dulci Jubilo“ konnte Ludwig Kibler vorführen, dass die Orgel von St. Martinus ein Kleinod ist, schön phrasiert und farbig registriert werden kann. Spannend und ausgesprochen humorvoll war ein Stück der Posaunisten mit Namen „Falstaffiade“. Hier hatte der niederländische Komponist Jan Koetsier einen Ohrwurm von Otto Nicolai eingebaut „Als Büblein klein an der der Mutterbrust“ (aus „Die lustigen Weiber von Windsor“).

Anregendes Versteckspiel verteilt sich auf Posaunen

Rhythmisch scherzhafte Partien, schräge Glissandi – das anregende Versteckspiel verteilte sich auf alle vier Posaunen. Um diese Jahreszeit zu Gehör gebracht, hatte zur Folge, dass Maria und ihr Büblein etwas schelmisch beleuchtet wurden. Da passte es, dass ein „Tanz der Gaukler“ (Nicolai Rimski Korsakow) sich anschloss mit für Posaunen bewegungstechnisch virtuos rasenden Läufen. Wieder zurück in frühbarocken Gefilden, musizierten die fünf Instrumentalisten gemeinsam eine stimmungsvolle „Sonata pian e forte“ von Giovanni Gabrieli. Dankbar sang zum Ausklang die Gemeinde „Es ist ein Ros entsprungen“.

Foto und Bericht Helmut Littschwager

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